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Audibus und die Liebe
Audibus hat in Sachen Liebe schon viel versucht und jetzt will er sich mit
mondernsten Mitteln, also seinem PC dem Thema ganz zart nähern. Er hat da
nämlich ein
vielversprechendes Programm auf die Platte bekommen und nun fragt er sich,
wie man Liebe installiert...
Hier sein Anruf bei einer Hotline:
Audibus:
Hi, ich hab hier ein neues Programm, das würde ich gern auf meinem
ersönlichen System installieren. Es heißt LIEBE. Was soll ich denn da als
erstes
machen?
Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben
Sie die?
Audibus:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab's immer auf der Hauptpartition
KOPF versucht.
Na gut, ich probier das mal, hmmm, Mist, HERZ ist aber ziemlich voll!
Hotline:
Machen Sie mal den Task-Manager auf und gucken unter "Prozesse".
Was läuft denn da so?
Audibus:
Oh je, Alte Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und
lauter so Zeug.
Vor allem Hass.exe,. bBah, das krallt sich fast den ganzen Speicher!
Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon automatisch aus Ihrem
Betriebssystem raushauen.
Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird aber keine anderen
Programme mehr stören.
Alte Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der
Installation selber vollständig löschen.
Audibus:
Nein! Das ist ein ganz wichtiges gutes altes Stück! Das hat mich
Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zu sammeln! Muss das
wirklich raus?
Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie
Zubehör/Verzeihung.
Das lassen Sie so oft laufen, bis Geiz.com und die Alten Verletzungen
vollständig raus sind.
Audibus:
Na gut, wenn's sein muss.
LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen worden, das Ding will ich unbedingt
hier laufen haben!
So, geschafft ... He! Da steht jetzt: "ERROR 490 Programm läuft nicht
auf internen Komponenten".
Was soll denn das?
Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass
LIEBE für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen
ist es noch nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz
komplizierten Sachen.
Ich sag's mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor
es andere lieben kann.
Audibus:
Hä?
Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?
Audibus:
Ja, hab ich.
Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie die
in den Ordner MEIN HERZ, und : Selbstvergebung.doc,
Selbstschätzung.doc und Güte.txt.
Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern löschen und
dann den Papierkorb leeren, sonst kommen die immer wieder zurück.
Audibus:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?
Hotline:
Ja, so gehört das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich
LIEBE immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft.
Sehen Sie diese Nachricht?
Audibus:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?
Hotline:
Ja, aber denken Sie dran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion
installiert haben.
Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen, damit Sie an die Upgrades
rankommen.
Audibus:
Ok. Klasse! HERZ kribbelt grad im Takt einer wunderschönen Melodie bei
Ohrfunk. Auf meinem Bildschirm läuft Lächeln.mpg, Wärme.exe, Friede.exe,
Zufriedenheit.doc und lauter so Sachen breiten sich gerade im Speicher aus.
Fühlt sich gut an!
Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft.
Von diesem Punkt an sollten Sie gut alleine weiterkommen.
Audibus:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.
Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware.
Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter, den Sie treffen, mit
allen Komponenten. Die Leute werden es dann ihrerseits weiterverbreiten, und
ich wette, dass Sie dann von denen eine Menge ganz feiner neuer Module
zurückbekommen.
Audibus:
Gebongt, will ich gern machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Du möchtest den Posten des Ohrfunkintendanten übernehmen? Hier ein kleiner Eignungstest:
Du musst auf die Fragen spontan und ohne nachzudenken antworten.
LOS GEHT'S!!!!
Frage 1
Du nimmst an einem Wettlauf teil.
Du überholst den Zweiten - an welcher Position befindest du dich jetzt?
Antwort:
Falls Du geantwortet hast, dass du als Erster ankommst, dann ist das total falsch, denn du hast den Zweiten überholt und somit seinen Platz eingenommen - du kommst als Zweiter im Ziel an.
o, und bei der zweiten Frage versuche nun, ein bisschen weniger lang zu überlegen.
Weiter geht's....
Frage 2
Wenn Du den Letzten überholst, in welcher Position erreichst du das Ziel?
Antwort:
Falls Du gesagt hast als Vorletzter, dann hast du dich schon wieder geirrt.
Denke ein bisschen nach...
Wie kann man denn den Letzten überholen?
Wenn du hinter dem Letzten bist, dann ist derjenige nicht der Letzte. Die Antwort ist unmöglich.
So, wir machen dann mal gleich weiter:
Ohne Notizen, ohne Taschenrechner, einfach kurz im Kopf rechnen.
Frage 3
Nimm 1000.
Plus 40.
Nochmal plus 1000.
Plus 30.
Nochmal plus 1000.
Plus 20.
Plus 1000.
Und plus 10.
Was ist die Summe?
5000?
Wieder falsch!
Das richtige Ergebnis lautet 4100.
Rechne noch mal mit einem Taschenrechner nach.
Nicht verzagen - hier kommt die letzte Aufgabe:
Frage 4
Der Vater von Monika hat fünf Töchter:
- Lele
- Lala
- Lulu
- Lolo
- ????
Frage: Wie heißt die fünfte Tochter?
Kurz nachdenken und Ergebnis überprüfen!
Lili? - Falsch.
Monika natürlich. Einfach nochmal die Frage lesen.
naja... ;-)
Nicht traurig sein, sondern Ohrfunk hören und
weitersagen!
Audibus im Ärztehaus
ein Ohrfunk-Gesundheitsreform-Selbstversuch
Schwester: Sie wünschen?
Audibus: Guten Tag, ich habe heute einen Operationstermin und.
Schwester: Überweisung?
Audibus: Die habe ich hier!
Schwester: Diagnose?
Audibus: Es ist eine chronische Blinddarmentzündung. Mein Hausarzt sagt.
Schwester: Starke Schmerzen?
Audibus: Gestern Abend war es schlimm, im Moment geht es gerade.
Schwester: Dann rechter Flur, eine Treppe, Kabine 16. Sie haben eine Stunde Zeit.
Audibus: Wie, eine Stunde? Wofür?
Schwester: Selbstbehandlung. Das ist bei leichten Fällen üblich. Siebte Stufe der Gesundheitsreform.
Audibus: Ich soll mich selbst behandeln?
Schwester: Operieren, junger Mann, operieren. Haben Sie alles mit?
Audibus: Was mir der Arzt gesagt hat: Laken und Seife.
Schwester: Mundschutz? Gummihandschuhe? Scharfe Schere? Nadel? Garn?
Audibus: Wozu soll ich das mitbringen?
Schwester: Hilfsmittel und einfache Instrumente sind vom Patienten selbst zu stellen. Zweiter Abschnitt der fünften Stufe der Gesundheitsreform.
Audibus: Und was mache ich jetzt?
Schwester: Jetzt gehen Sie hoch, rechter Flur, eine Treppe, Kabine 16.
Wir können uns keine Verzögerung leisten. Mundschutz, Gummihandschuhe, Schere, Nadel und Garn nehmen Sie aus dem Schränkchen neben der
Operationsliege. Aber tragen Sie den Verbrauch ins Nachweisheft ein, damit
wir das in Rechnung stellen können.
Audibus: Ich soll mir selber den Bauch aufschneiden?
Schwester: Wenn Sie es durch den Hals besser können, machen Sie es so. Aber etwas Tempo bitte! Hier müssen am Tag 200 Patienten durch. Höhere
Auslastung, dritte Stufe der Gesundheitsreform.
Audibus: Ich meine, ich habe noch nie..
Schwester: Dann wird es aber Zeit. Wer soll denn Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Eltern behandeln wenn nicht Sie? Dritte Phase der vierten Stufe der Gesundheitsreform. So, und jetzt gehen Sie, rechter Flur, eine Treppe,
Kabine 16.
Audibus: Ich weiß doch gar nicht was ich da machen muss!
Schwester: Ausziehen, duschen, desinfizieren. Auf dem Regal liegt eine
Broschüre "Wie betäube ich mich örtlich?" Sie machen alles so, wie es da drin steht. Daneben liegt das Handbuch "Grundlagen der Chirurgie". Darin
finden Sie ein Kapitel über den Blinddarm.
Audibus: Und wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?
Schwester: Wenn Sie sich an die Anleitung halten, passiert nichts. Und
falls doch, dann nehmen Sie den Leitfaden "Erste Hilfe für alle Fälle".
Liegt auch auf dem Regal.
Audibus: Ist es nicht vielleicht doch besser, wenn ein Arzt.
Schwester: Ein was? Haben Sie geerbt? Oder größere Ersparnisse? Einen Arzt bekommen Sie für eine Gehirntransplantation, weil da der Patient selbst
schlecht sieht, was er zu tun hat. Da müssen Sie nur die Instrumente reichen. Fünfte Etappe der achten Stufe der Gesundheitsreform. Einen Arzt
nicht bei einem Blinddarm, guter Mann.
Audibus: Aber so ganz ohne Vorkenntnisse, das geht doch nicht.
Schwester: Wenn Sie wirklich wollen, geht es schon. Sehen Sie mal, irgend so ein anonymer Arzt, der nur auf Ihr Geld scharf ist, was wird der Ihnen großartig helfen? Sie selbst dagegen, Sie haben doch das größte
Interesse daran, hier gesund wieder raus zu kommen. Oder etwa nicht? Dann unterschreiben Sie mir bitte diese Verzichtserklärung hier. Das würde
allerdings bedeuten, dass wir Ihnen unseren Service künftig nicht mehr zur Verfügung stellen können.
Audibus: Nein, nein, ich will schon. Es ist nur, ich bin so aufgeregt, wenn ich nun aus Versehen daneben schneide.
Schwester: Wenn Ihnen irgendwie komisch wird, drücken Sie auf den schwarzen Knopf am Kopfende der Liege.
Audibus: Kommen Sie dann?
Schwester: Ich kann doch hier nicht weg. Dann schaltet sich ein Tonband ein, auf das Sie Ihren letzten Willen sprechen können. Nach dem Pfeifton
haben Sie 30 Sekunden Zeit.
Audibus: Was heißt hier letzter Wille?
Schwester: Tja, das Leben ist hart, man muss mit Allem rechnen. Wenn Sie danach noch können, drücken Sie auf den roten Knopf, dann wird ein
letztes Foto von Ihnen geschossen, für die Hinterbliebenen. Sie müssten dazu einen Moment den Kopf still halten. Kreuzen Sie dann auf dem Bestellschein
neben dem Knopf an, welche Größe Sie wollen - wir haben alles, vom Passfoto bis zum Türposter. Ein besonderes Angebot unseres Hauses, zurzeit 10 %
verbilligt. Die Gelegenheit ist günstig. Aber der Rabatt gilt nur für den Ernstfall.
Audibus: Ich würde mir das ganze lieber noch einmal überlegen.
Schwester: Junger Mann, wollen Sie damit andeuten, dass Sie bisher nur simuliert haben? Das würde natürlich den Wegfall sämtlicher genannter Vergünstigungen bedeuten.
Audibus: Aber nein, um Gottes Willen, es ist nur.
Schwester: Also, ein bisschen dalli jetzt. Sie haben noch 52 Minuten
Zeit, dann kommt schon der Nächste. Rechter Flur, eine Treppe, Kabine 16.
Die Kabine ist übrigens zu reinigen, neunte Stufe der Gesundheitsreform. Und
der Wurmfortsatz ist bei mir abzugeben, wegen der Abrechnung.
Der Nächste bitte!
Zunächst ein Rückgriff auf die frühen, längst verstrichenen Tage unseres großen literarischen Leidbildes.
Gefunden im leicht vergilbten Aufsatzheft eines gewissen Herrn "Audibus", inzwischen unheimlich, heimlicher Ohrfunk-Intendant.
Urlaub in Bayern
Letztes Jahr im Sommer waren wir in Urlaub in Bayern. Meine große Schwester Jessica, meine Eltern und unser Hund Burgsmüller. Ich war auch dabei, und ich heiße Audibus und bin sieben Jahre alt. Meine Eltern waren schon öfter in Bayern, aber für mich war es der erste Urlaub im Ausland, weil ich bisher nur in Bibione war. Bayern wäre eigentlich sehr schön, aber man sieht es kaum, weil überall Berge davorstehen und es verdecken. Sehr cool sind manche Häuser. Sie sind tätowiert, zum Beispiel mit einem Hirsch, einem Berg oder einem Baum. Aber weil die Bayern das Wort "Tatoo" noch nicht kennen, sagen sie "Lüftlmalerei" dazu. Die Bayern sind lustige Menschen und lachen viel mehr wie die Leute bei uns zu Hause. Sie mögen uns sehr, denn wenn sie uns sehen, lachen sie noch mehr. Viele heißen Sepp, die meisten jedoch "Hä". Das lustigste in Bayern ist die Sprache. Manche können deutsch, aber nicht alle. Der Ort, wo wir in einer Pension gewohnt haben, war da, wo Ulaub in Bayern Bayern "Oberpfalz" heißt und da ist die Sprache echt krass. Als wir einmal gewandert sind, sind wir an einem Bauernhof vorbeigekommen und davor saß ein alter Mann auf einer Bank, aß ein Stück Torte und trank dazu eine Flasche Bier. Mein Vater sagte zu ihm, dass schönes Wetter ist und der Mann meinte "Loumameirouh!"
Das heißt wahrscheinlich "Guten Tag!" Ich wollte es gleich ausprobieren, ob ich die Sprache auch kann und sagte zu dem Mann" Loumameirouh". Er blickte
aber sehr böse und sagte zu mir "Saubougejbloßzou!" Da sagten wir lieber nichts mehr und gingen weiter, weil wir ihn nicht reizen wollten. Der Mann stand dann auf und stöhnte und sagte: "Ohboudescheißschouh!" Das heißt
wahrscheinlich "Tschüss" oder so.
Gut gefallen haben mir in Bayern auch die Feste. Irgendwo ist immer eines. Da sitzen dann die Bayern und trinken Bier aus gläsernen Eimern, die sie "Maß" nennen. Die Frauen haben kleinere Eimerchen, die heißen" Halbe". Normale Gläser gibt es nur für Kinder oder ganz alte Frauen. Wir sind auf einem Fest gewesen, und es war sehr schön. Ich habe Pommes mit Ketchup gegessen, meine Schwester
Jessica nichts wegen der Kalorien und meine Mutter ein halbes Hähnchen namens "Hendl". Der Papa hat weiße Spiralen gegessen, die "Radi" hießen und
dazu einen Eimer Bier. Er sagte, das Radi rumort ganz doll in seinem Bauch, und als er rülpste, fiel meiner Mutter beinahe das Hähnchen hinunter.
Wenn die Bayern einige Eimer Bier getrunken haben, schlafen sie ein oder sie
reden in einer Geheimsprache, die man nicht
versteht. Es sind nur sehr kurze Wörter, und mit diesen reizen sie sich gegenseitig, bis sie raufen. Auf dem Fest, bei dem wir waren, konnte man dies sehr schön beobachten. An unserem
Nachbartisch im Bierzelt saßen einige Bayern mit ihren Eimern. Zuerst lachten sie und guckten zu uns her-über. Einer von ihnen konnte sogar
italienisch, denn er sagte zu meiner großen Schwester immer "Dipackiaano!" Sie verstand ihn aber nicht, weil sie nicht italienisch spricht. Plötzlich
kam ein anderer Bayer am Nachbartisch vorbei, und schon spielten sie das lustige Spiel "Erst reden, dann raufen". Einer von denen, die am Tisch saßen, sagte
zudem, der vorbeiging: "Hä!" Darauf sagte der Vorbeigehende: "Wos hä?",
worauf der andere ziemlich böse meinte: "Hä, gell, hä!" Das hätte er vermutlich nicht sagen sollen, denn der Vorbeigehende sagte nur mehr: "Pass
bloß aaf, hä!", und schon rauften sie. Obwohl es ziemlich lustig war, gingen wir, denn meine Mutter mag keine Gewalt.
Etwas anderes ist mir auch noch aufgefallen in Bayern: Bayern reden nicht so gerne wie wir. Manche sind beinahe stumm. Dies kann man am besten im Wirtshaus sehen. Eines Abends ging mein Vater mit mir ins Dorfwirtshaus, und wir bestellten Bratwürste mit Kraut, die sehr lecker schmeckten. Es waren außer uns nur zwei Einheimische da. Diese saßen am Stammtisch, tranken Bier
und schwiegen. Mein Vater sagte freundlich zu ihnen: "Die Bratwürste schmecken hervorragend, meine Herren!" Sie aber schwiegen weiter. Sie sagten zu meinem Vater nichts, zu mir nichts und zu sich auch nichts. Wenn sie nicht ab und zu vom Bier getrunken hätten, hätte man meinen können, sie seien tot. Plötzlich, nach ungefähr einer Stunde, tat sich etwas: Einer von den beiden seufzte "jamei", und wir dachten, jetzt beginnt ein Gespräch. Doch der andere sagte nur "owa ehrlich", und das war es dann. Mein Vater machte noch einen Versuch und rief hinüber: "Es gefällt
uns sehr gut hier bei Ihnen in Bayern! Wir waren auch schon auf dem Feuerwehrfest! Da gabs eine zünftige Rauferei! Haha! Waren Sie auch schon auf dem Fest, meine Herren?" Da sagte ein Bayer zum anderen: "Eam schau o!"
Dann war es wieder ruhig. Dies war meinem Vater dann doch zu unheimlich, und wir zahlten
und verließen den stillen Ort. Beim Hinausgehen sagte Papa noch zu den Männern: "Gute Nacht, die Herren! Ich wünsche noch einen schönen Abend!" Sie
wünschten uns nichts. Aber die Bayern sind nicht immer so mürrisch. Zum Beispiel sind sie richtig
lustig, wenn sie sich gegenseitig beleidigen. Das
gefällt ihnen scheinbar sehr. Als mein Vater und ich einmal in unserem Urlaubsort in der Dorfmetzgerei einkauften, kam ein Bayer herein und sagte zum Metzger: "Servus Hans, du olter Hunzkrippl!" Da lachte der Metzger und
sagte: "Habe d'Ehre Sepp, du Berner, du greislicher!" Sepp, der Berner, freute sich sehr über diese nette Begrüßung. Als noch ein weiterer Bayer hereinkam, wurde die Stimmung immer besser. Er begrüßte die anderen beiden
mit einem herzlichen ja, do schau her, da Sepp und da Hans! Griaß eich, ehs Schlawiner, ehs elendigen!" Auch Hans, der Hunzkrippl und Sepp, der Berner,
begrüßten den Neuankömmling und riefen: "ja griaßde Franz, olter Suffbeidl, stinkerter!" Franz Suffbeutel war total begeistert und lachte über das ganze Gesicht. Dann sagte Sepp, der Berner, zu Hans, dem Metzger bzw. Hunzkrippl:
"Hä Hans, gibma amol drei Boor vo deine greislichen Pfälzer, du Leitbscheißer, du windiger!" Metzger Hans meinte dazu: "Für dein Saumogn taugns allaweil no, du gschwollkopferter Bauernfünfer, du staubiger!
Bulldogmißhandler, grausamer!" Es gibt scheinbar nichts Schöneres für einen Bayern als beleidigt zu werden, denn sowohl Hans, der Leutebescheißer als
auch Sepp, der Berner und Bauernfünfer und Franz Suffbeutel waren in einer Super-Stimmung und lachten herzhaft. Mein Vater sagte zu mir: "Pass
auf, jetzt mache ich auch mit bei dem Spaß!" Dann sagte er zum Metzger: "Geben Sie mir bitte hundert Gramm von ihrer verfaulten Salami, Sie Vollidiot!" Plötzlich lachte keiner mehr und alle sahen meinen Vater an, sogar die alten Frauen, die im Laden waren. Der Metzger sagte mit finsterem Geischt: "Schau blof@ dass du weidakimmst,
du Preissnschädl, du fotzerter!" Das habe ich zwar nicht genau verstanden, aber es hörte sich
nicht gut an, und wir verließen ohne Wurst die Metzgerei. Wahrscheinlich ist "Vollidiot" eine Beleidigung, die die Bayern nicht kennen, und deshalb freuen sie sich nicht darüber. Sonst war es in Bayern sehr schön, besonders die Pommes und das Eis. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich durfte abends immer mit vier Jungs aus dem Dorf Fußball spielen. Die bayerischen Jungs sind echt nett, sie ließen mich sogar den Ball holen, wenn er in den Nachbarsgarten geflogen war und sagten,
das ist eine große Ehre für mich. Als ich den Ball wieder herausgeholt hatte, sagten sie, dass es nicht nur eine große Ehre, sondern auch ein
iroßes Glück für mich ist, weil heute scheinbar der Kampfhund nicht zu Hause ist. Das ist doch voll lustig, oder? Ich habe mir extra die Namen der Jungs
notiert, damit ich ihnen nach dem Urlaub schreiben kann. Sie heißen Ülcgür, Ferdl, Erdal-Alois und Kilian.
S ), das wars. Ich freue mich schon auf den nächsten Urlaub in Bayern, weil Bayern ist voll cool. Vorher kaufe ich mir noch ein Wörterbuch.
Audibus
Die Altersvorsorge des Audibus
Gedanken und Planspiele für den entspanten Lebensabend eines ausgebrannten Intendanten
Wenn ich, Audibus, einmal in später Zukunft alt und klapprig bin, werde ich bestimmt nicht ins Altersheim gehen, sondern auf ein Kreuzfahrtschiff. Die Gründe dafür hat mir unsere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt geliefert: "Die durchschnittlichen Kosten für ein Altersheim betragen 200 EUR pro Tag". Ich habe eine Reservierung für das Kreuzfahrtschiff "Aida" geprüft und muß für eine Langzeitreise als Rentner 135 EURO pro Tag zahlen (und
das ist kein Witz!) Nach Adam Riese bleiben mir dann noch 65 EURO pro Tag übrig.
1. Ich habe mindestens 10 freie Mahlzeiten, wenn ich in eines der Bordrestaurants wackele oder mir das Essen vom Room-Service auf das Zimmer, also in die Kabine, bringen lasse. Das heißt in anderen Worten, ich kann jeden Tag der Woche mein Frühstück imBett einnehmen.
2. Die "Aida" hat 3 Swimming Pools, einen Fitnessraum, freie Benutzung von Waschmaschinen und Trockner und sogar jeden Abend Shows.
3. Es gibt auf dem Schiff kostenlos Zahnpasta, Rasierer, Seife und Shampoo.
4. Das Personal behandelt mich wie einen Kunden, nicht wie einen Patienten. Für 15 Euro Trinkgeld extra pro Tag lesen mir die Stewards jeden Wunsch von den Augen ab.
5. Alle 8-14 Tage lerne ich neue Leute kennen.
6. Fernseher defekt ? Glübbirne kaputt ? Die Bettmatratze ist zu hart oder zu weich ? Kein Problem, das Personal wechselt es kostenlos und bedankt sich auch noch für
meinVerständnis.
7. Frische Bettwäsche und Handtücher jeden Tag sind selbstverständlich, und ich muß nicht einmal danach fragen.
8. Wenn ich im Altersheim falle und mir eine Rippe breche, dann komme ich ins Krankenhaus und muß gemäß der neuen Krankenkassenreform täglich dick draufzahlen. Auf
der "Aida" bekomme ich für den Rest der Reise eine Suite und werde vom Bordarzt kostenlos behandelt.
9. Ich habe noch von keinem Fall gehört, bei dem zahlende Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes vom Personal bedrängt oder gar misshandelt worden wären. Auf Pflegeheime trifft das nicht im gleichen Umfang zu.
Nun das Beste:
Mit der "Aida" kann ich nach Südamerika, Afrika, Australien, Japan, Asien, wohin auch immer ich will. Darum sucht mich in Zukunft nicht im Altersheim, sondern
"just call shore to ship". Auf der "Aida" spare ich jeden Tag 50 EURO und muss nicht einmal mehr für meine
Beerdigung ansparen. Mein letzter Wunsch ist dann nur: Werft mich einfach über die Reeling, das ist nämlich auch kostenlos.
Die Erlebnisse des Audibus.
Aus dem Alltagsleben eines nicht alltäglichen, unheimlich geheimen Intendanten.
Also ich war neulich echt hungrig und wolte mir etwas wirklich gutes gönnen. Als Intendant eines der unbedeutensten Internetradios braucht man das schon einmal zur Beruhigung von Magen und Ego. Als moderner Zeitgenosse und bei so viel Technik, die mich beim OHRFUNK umgibt, hielt ich es für eine ausgesprochen gute Idee, in das Microsoft-Restaurant an der Ecke zu gehen. Kaum daß ich saß, kam der Ober an meinen Tisch und sprach mich freundlich an:
Ober: "Hallo, mein Name ist Bill! Ich werde Sie am heutigen Abend bedienen. Ihr Aufenthalt wird eventuell zum Zwecke der Qualitätssicherung überwacht. Kann ich zuerst Ihre Anschrift und Telefonnummer bekommen?"
Audibus willigt ein wenig mürrisch ein und übergibt Anschrift und Telefonnummer.
Ober: "Gut, was kann ich für Sie tun?"
Audibus: "Da ist eine Fliege in meiner Suppe!"
Ober: "Verlassen Sie das Restaurant und betreten Sie es erneut. Die Fliege ist vielleicht beim nächsten Mal nicht mehr da."
Der Gast verlässt das Restaurant, betritt es wieder, setzt sich zurück auf seinen Platz und mustert seine Suppe.
Audibus: "Nein, die Fliege ist immer noch da!"
Ober: "Vielleicht essen Sie die Suppe falsch, probieren Sie es mit der Gabel!"
Audibus probiert es etwas verwirrt aus.
Audibus: "Die Fliege ist immer noch da!"
Ober: "Passt denn der Teller zur Suppe? Was für einen Teller verwenden Sie denn?"
Audibus: "Einen Suppenteller!"
Ober: "Hmmm, das sollte eigentlich funktionieren. Vielleicht ist es ein Konfigurationsproblem. Wie wurde der Suppenteller gebracht?"
Audibus: "Sie haben mir den Suppenteller auf einem Unterteller gebracht. Aber was hat das mit der Fliege in meiner Suppe zu tun?"
Ober: "Können Sie sich an alles erinnern, bevor Sie festgestellt haben, dass eine Fliege in Ihrer Suppe ist?"
Audibus: "Ich habe mich hier hingesetzt und die Tagessuppe bestellt."
Ober: "Haben Sie schon daran gedacht, auf die neueste Tagessuppe umzusteigen?"
Audibus: "Sie haben mehr als eine Tagessuppe?"
Ober: "Ja, wir wechseln stündlich die Tagessuppe."
Audibus: "Gut, was ist denn die jetzige Tagessuppe?"
Ober: Die aktuelle Tagessuppe ist Tomatensuppe."
Audibus: "Prima, bringen Sie mir die aktuelle Tagessuppe und die Rechnung. Ich bin mittlerweile spät dran."
Der Ober bringt Suppe und Rechnung.
Audibus: "Aber das ist ja Kartoffelsuppe!"
Ober: "Ja, die Tomatensuppe verzögert sich um ca. sechs Monate, in denen wir ein paar Klümpchen entfernen wollen..."
Audibus: "Na gut, ich bin so hungrig. Ich esse die Kartoffelsuppe, auch wenn ich die eigentlich gar nicht mag."
Der Ober geht.
Audibus: "Ober! Da ist eine Mücke in meiner Suppe!"
USW.
Und dann kommt sie schließlich...
RECHNUNG Nr. XP
Tagessuppe: EUR80,00
Upgrade auf die neue Tagessuppe: EUR40,00
Support: EUR200,00
Fehler in der Tagessuppe: ohne Aufpreis (wird ab der morgigen Tagessuppe geändert)
Die geht in die Spesenabrechnungstelle. Kann ja unter Softwarebeschaffung verbucht werden.
Ach, was hab ich mich erholt, das war aber auch mehr als nötig! Jetzt bereite ich mich auf meinen Einsatz als Ohrfunkmoderator vor. Ich bin ja so was von ausdrucksstark und hab wirklich was zu sagen. Allerdings hapert es noch etwas beim Umgang mit Fremdworten. Ich arbeite daran und das hier ist mein Arbeitsmittel!
"Die Kunst, sich auszudrücken und ihre Auflösung"
1.) Gestatten Sie, dass ich Polysaccharide auf Ihre Ventralseite
transferiere?
Na, was will er uns damit sagen?
Auflösung: Darf ich Ihnen ins Gesicht spucken?
2.) Ballistische Experimente mit kristallinem H2O auf dem Areal der
Pädagogischen Institutionen unterliegen striktester Prohibition!
Verstehen Sie das?
Auflösung: Das Werfen von Schneebällen auf dem Schulhof ist verboten!
3.)Populanten von transparenten Domizilen sollen mit fester Materie
keine transzendenten Bewegungen durchführen.
Auflösung: Wer im Glashaus ist, sollte nicht mit Steinen werfen.
4.) Das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in
reziproker
Relation zur spirituellen Kapazität des Produzenten.
Na, alles klar?
Auflösung: Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln.
5.) Eine strukturell desintegrierte Finalität in Relation zur
Zentralisationskonstellation provoziert die eskalative Realisierung
destruktiver Integrationsmotivationen
durch permanent lokal aggressive Individuen der Spezies "Canis".
Hab ich das nicht schon mal gehört?
Auflösung: Den letzten beißen die Hunde.
6.)Es existiert ein Interesse an der generellen Rezension der
Applikation relativ primitiver Methoden komplementär zur Favorisierung adäquaterkomplexer Algorithmen.
MM total Bahnhof!
Auflösung: Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?
7.) In meiner psychologischen Konstitution manifestiert sich eine
absolute Dominanz positiver Effekte für eine labile existente Individualität
Deiner Person.
Das lerne ich auswändig, vielleicht kann ich das noch mal auf Sendung gebrauchen.
Auflösung: Ich liebe Dich!
So und nun noch Vermischtes aus meinem Intendantenalltag:
Die E-Mail Adresse des Papstes:
urbi@orbi
Und sehr aktuell:
Vertraue nie einer Pflanze, denn es könnte ein Bush sein!
Jeder Projektmanager, der glaubt, Projekte zu managen, glaubt auch, dass
Zitronenfalter Zitronen falten.
Sagt der Walfisch zum Thunfisch: "Was sollen wir tun Fisch?"
Sagt der Thunfisch zum Walfisch: "Du hast die Wahl Fisch."
Ein Rasenmäher und ein Schaf stehen nebeneinander auf der Wiese. Sagt das
Schaf:"Mäh."
Antwortet der Rasenmäher: "Von dir lass ich mir nix befehlen!"
Pass auf ey! War ich letztens in OBI, wollt konkret Lampe für Dusche haben.
Ey, bin ich gegangen zu Infotusse, hab gesagt: DUSCHLAMPE?
Jetzt konkret habe Hausverbot.
Aber mal was ganz anderes:
Warum finden Männer Frauen in Lack, Leder und Gummi so erregend?
Sie riechen wie ein neues Auto!
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